Prüfungsordnung Diensthundeprüfungen im Bewachungsgewerbe
Einsatzfähigkeit von Sprengstoffspürhunden

Diese Prüfungsordnung ist vertraulich und steht nur Mitgliedern bzw. dazu befugten Personen zur Verfügung.


Die Industriediensthundeprüfungsordnung - IdDPO

Die Industriediensthundeprüfungsordnung stellte eine Prüfungsordnung dar, die:

  • praxisgerecht ist
  • rechtlich und politisch vertretbar ist
  • für den Diensthundeführer mit realisierbarem Aufwand und einem guten Hund erlernbar und bestehtbar ist.

Sie orientiert sich an den rechtlich möglichen Eingriffsrechten für zivile Sicherheitsdienste und wurde von einem Arbeitskreis beim ASW entwickelt.

Industriediensthundeprüfungsordnung – IdDPO
(Stand November 2010)

Diese Schutzhunde-Prüfung regelt die Einsatzfähigkeit der Diensthunde (DH) und Diensthundeführer (DHF) sowie die Kriterien der Diensthunde-Bewerter (DHB) im privaten Sicherheitsgewerbe entsprechend der Unfallverhütungsvorschrift Nr. C 7 der Verwaltungsberufsgenossenschaft für Wach- und Sicherungsdienste (BGV C7) vom 01.10.1990.

Der DHF und der DH müssen ihre Einsatzfähigkeit nach dieser Prüfungsordnung mindestens einmal jährlich nachweisen. Angemessene Einsatzqualifikationen sind auch bestandene Prüfungen der Bundeswehr, der Bundespolizei, der Bundeszollverwaltung und der Länderpolizeien. Spezielle behördliche Anforderungen an DHF und DH werden durch diesen Leistungstest nicht ersetzt.


Die Industrie-Diensthundeprrüfungsordnung – IdDPO gliedert in die die Abteilungen:
B = Gehorsamsleistung und C = Wahrnehmungs- und Schutzdienstleistung.

Als Höchstpunktzahl können in der Abteilung B und C jeweils 50 Punkte vergeben werden. Die Prüfung gilt als bestanden, wenn der Hund in der Abteilung B 35 Punkte und in der Abteilung C mindestens 40 Punkte erreicht hat. Das Prüfungsergebnis wird dem Teilnehmer nach Abschluss der Prüfung mitgeteilt.

Zulassungsbestimmungen
Zur Abnahme dieser Prüfung sind nur Personen berechtigt, die nach entsprechender Befähigung zum Diensthunde-Bewerter für das Diensthundewesen im privaten Sicherheitsgewerbe bestellt sind.  Terminabsprachen, Prüfungsörtlichkeiten sowie Einteilung der Helfer sind mit dem DHB abzustimmen. Bei den einzelnen Übungen findet das Eigensicherungsverhalten der DHF besondere Beachtung. Das Prüfungsgelände ist nach praxisgerechten Gesichtspunkten auszuwählen. Die Prüfungsergebnisse werden in Formblättern schriftlich festgehalten.

Zur Prüfung sind nur aktive Diensthundeführer von Sicherheitsunternehmen oder aktive Diensthundeführer von Sicherheitsabteilungen von Wirtschaftsunternehmen oder Behörden zugelassen. Die gewerberechtlichen Voraussetzungen müssen erfüllt sein. Diensthundeführer müssen die Ausbildung „Industriediensthundeführer“ oder vergleichbare Ausbildungen erfolgreich absolviert haben. Als gleichwertig werden anerkannt die Ausbildung „Diensthundeführer Industrie IHK“, Abschlüsse zur Werkschutzfachkraft, IHK geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft oder Fachkraft für Schutz- und Sicherheit in Verbindung mit einer mindestens zwei jährigen Erfahrung in der Ausbildung und Führung von Hunden (geeignete Nachweise sind vorzulegen). 

Hunde die zur Prüfung vorgestellt werden, müssen einer anerkannten Gebrauchshunderasse angehören oder offensichtlich Mischlinge dieser Rassen sein. Hunderassen für die ein gesetzliches Zucht- und Halteverbot besteht, werden nicht zur Bewertung zugelassen. Dieser Ausschluss gilt auch für kranke oder in schlechtem Pflegezustand befindliche Tiere. Der Eigentümer der Tiere muss die Prüfungsteilnahme schriftlich genehmigen und ist für die ausreichende Tierhaftpflichtversicherung und Schutzimpfung (5-fach) verantwortlich. Die Identität der Tiere muss anhand von Tätowiernummern, Chip-Nummer, Ahnentafeln oder ähnlichem nachvollziehbar sein. Das Mindestalter der Hunde zur Prüfungszulassung beträgt 16 Monate.

Ausführungsbestimmungen
Der DHF meldet sich zu Beginn der Prüfungsabteilung mit seinem angeleinten DH beim Bewerter in Grundstellung (GS). Hierbei sitzt der Hund gerade am linken Fuß des Hundeführers.  Diensthunde dürfen zur Prüfung nur ein lose angelegtes Gliederhalsband tragen. Die Verwendung anderer Halsbänder ist nicht erlaubt.
Bei Übungen mit abgeleintem DH ist die Führerleine aus Eigensicherungsaspekten in der Hand zu halten oder einzustecken. Der Hund hat seinem Hundeführer auf Hörzeichen bei allen Übungsteilen an der linken Seite des DHF aufmerksam zu folgen.
Während der Prüfung hat der Hundeführer seinen Hund tierschutzgerecht zu behandeln. Gewaltanwendungen haben seinen unverzüglichen Ausschluss von der Prüfung zur Folge. Erkennbarer Ungehorsam kann zum Abbruch der Prüfung führen.

Gehorsamsübungen ( Abteilung B / 50 Punkte)
Der Beginn jeder Übung wird auf Prüferanweisung durchgeführt. Die Anweisungen sind zu befolgen. Die Wiederholung einer Übung erfolgt nur auf besonderen Hinweis. Alle Übungen beginnen und enden mit der Grundstellung. Nach jeder abgeschlossenen Übung ist ein kurzes loben des DH erlaubt.

1. Ablegen des DH unter Ablenkung (10 Punkte)
Nach Meldung wird der DH auf Anweisung in einer Entfernung von ca. zehn Schritten zu einer Personengruppe abgelegt. Der DH bleibt hierbei angeleint. Der DHF verbleibt bei seinem Hund und beobachtet das Geschehen ca. 3 Minuten. Auf Prüferanweisung lässt der DHF seinem DH sitzen. Die Übung endet in dieser Grundstellung.

2. Leinenführigkeit (10 Punkte)
Der DHF geht mit angeleintem Hund im Normalschritt und zeigt je eine Rechts-, Links- und Kehrtwendung, sowie vor der ersten Wen¬dung die Übung - Sitz - und vor der Kehrtwendung die Übung - Platz - beim Halten. Zwischen Wendungen und Übungen sollen mindestens 10 bis 15 Schritte lie¬gen. Das gleiche ist dann im Laufschritt zu zeigen. Die Übung endet 5 Schritte nach der Wendung im Laufschritt. Die Art der Kehrtwendung ist freigestellt, die Leine kann in der rechten oder linken Hand gehalten werden.

3. Verhalten in der Personengruppe (10 Punkte)
Aus der Grundstellung geht der DHF mit angeleintem Hund durch eine sich zwanglos bewegende Personengruppe. Dabei ist eine Rechts- und Linkswendung zu zeigen. Der DH sitzt zwischen einer Person und dem DHF einmal beim Halten selbständig ab. Dann verlässt der DHF mit angeleintem Hund die Personengruppe und beendet die Übung nach 10 – 15 Schritten mit einer Grundstellung.

4. Ablegen mit Abrufen (10 Punkte)
Aus der Grundstellung geht der DHF mit seinem frei bei Fuß fol¬genden DH geradeaus. Nach mindestens 20 Schritten hat sich der DH auf das Hörzeichen „Platz“ schnell hinzulegen. Der DHF geht noch mindestens 20 Schritte weiter, hält und wendet sich sofort dem Hund zu. Auf Anweisung ruft er seinen Hund zu sich heran. Der Hund hat in schneller Gangart freudig heranzukommen und sich vor seinen DHF zu setzen. Danach ist er auf Hörzeichen bei Fuß zu nehmen.

5. Freisprung über Hindernis mit Verharren (10 Punkte)
Der DHF stellt sich mit seinem DH in Grundstellung vor das Hindernis (1 Meter hoch /1,50 Meter breit). Der DH soll auf Hörzeichen das Hindernis frei überspringen. Er kann angeleint aus der Bewegung zum Sprung gebracht werden. Die Übung endet nach mindestens 5 Schritten mit der Grundstellung.

Wahrnehmung- und Schutzdienstleistung ( Abteilung C / 50 Punkte)
Dem DHF ist je nach Lagebeurteilung freigestellt, ob er nach dem Einstellen der Schutzhandlungen den Täter zurücktreten lässt, oder den Hund abruft.
Die Prüfung ist nicht bestanden, wenn der Diensthund bei einem Angriff seinen DHF nicht verteidigt, bzw. sich vertreiben lässt oder während Verteidigungshandlungen nach dem dritten Hörzeichen nicht ablässt.

1. Personenanzeige/Scheintäter in Zivilschutzkleidung (10 Punkte)
Der DHF legt mit seinem angeleinten DH eine Strecke von ca. 100 Schritten in normaler Gangart zurück. Auf dieser Strecke hält sich eine Person versteckt. Der mit Führerleine gesicherte DH soll die Person wahrnehmen und durch für den DHF erkennbares Verhalten Anzeigen. Dies kann z.B. durch aufmerksames vorstehen, knurren oder bellen erfolgen. Unterstützende Hörzeichen durch den DHF sind erlaubt.
Die gestellte Person wird aufgefordert hervorzutreten. Hierbei befindet sich der angeleinte DH in Grundstellung. Die Übung endet mit der Aufforderung an den Scheintäter die Örtlichkeit zu verlassen.

2. Personenkontrolle mit Überfall/Scheintäter in Zivilschutzanzug (20 Punkte)
Der DHF führt eine Personenkontrolle durch. Der DH bleibt angeleint und trägt einen Beißschutz. Der Hundeführer spricht die Person an und legt seinen DH ab. Im Verlauf der Kontrolle kommt es zu einem Überfall auf den DHF, den der DH durch Angehen der Person zu vereiteln hat. Um die Verteidigungshandlung einzustellen erteilt der DHF die Anweisung „Bleiben sie ruhig stehen“. Danach hat sich der DH auf die Hörzeichen „Aus/Platz“ direkt abzulegen und die Verteidigungsübung einzustellen.
Der DHF nimmt seinen DH in Grundstellung. Er erklärt der Person die vorläufige Festnahme. Der Täter wird mit angeleintem DH im Rückentransport zum Bewerter vorgeführt. Die Übung endet mit der Übergabe des Täters, der DHF hat zu dieser Meldung die Grundstellung einzunehmen.

3. Überfall auf Hundeführer/Scheintäter in Schutzkleidung (20 Punkte)
Der DHF legt mit seinem angeleinten DH in normaler Gangart eine Strecke von ca. 100 Schritten in zurück. Auf dieser Strecke erfolgt aus dem Hinterhalt ein Überfall auf den DHF. Beim Angriff des Täters kann der DHF die Leine fallen lassen. Der DH hat den Angriff sofort selbstständig abzuwehren.Der Helfer versucht den DH zu beeindrucken und zu vertreiben. Um die Verteidigungshandlung einzustellen erteilt der DHF die Anweisung „Bleiben sie ruhig stehen“. Danach hat sich der DH auf die Hörzeichen „Aus/Platz“ direkt abzulegen und die Verteidigungsübung einzustellen.Der DHF erklärt der Person die vorläufige Festnahme.
Nach Erklärung der vorläufigen Festnahme wird der Täter vom DHF mit angeleintem DH im Rückentransport dem Bewerter vorgeführt. Die Übung endet mit der Übergabe des Täters, der DHF hat zu dieser Meldung die Grundstellung einzunehmen.

5. Schlussbemerkungen
Das Prüfungsergebnis wird dem Diensthundeführer sofort nach der Prüfung mitgeteilt. Der Prüfungsteilnehmer erhält einen schriftlichen Nachweis über das Ergebnis der Prüfung. Einreden oder Einsprüche gegen das Prüfungsergebnis sind sofort am Prüfungstage beim Prüfungsleiter geltend zu machen. De Entscheidung des Prüfungsleiters ist bindend.
Eine nicht bestandene Prüfung muss innerhalb von sechs Monaten wiederholt werden. Wird die Wiederholungsprüfung nicht bestanden bzw. wird zur Wiederholungsprüfung nicht angetreten, entfällt das Recht auf Diensthundedienste und alle damit verbundenen finanziellen Vergütungen oder Entschädigungen. Hunde die noch nie offiziell Dienst geleistet haben können die Prüfung jederzeit wiederholen.